Tapas in Sevilla
Die Streitfrage ist alt, auch wenn neuerdings die Etymologie des Wortes für die traditionelle Gewohnheit in den spanischen Tavernen, ein Glässchen Wein mit ein wenig Essen zu begleiten, geklärt scheint.

Wie dem auch sei, die berühmten Tapas sind nicht nur überall auf der Welt Wahrzeichen der spanischen Gastronomie sondern, in den Worten von Ferrán Adriá, die Zukunft des Essens. Ferrán ist einer der groβen zeitgenössichen Förderer und Verbreiter des Konzeptes der ausserdem bestrebt ist das Phänomen zu revolutionieren, wie die Eröffnung seines Restaurant Tickets vor gut einem Jahr in Barcelona zeigt.
Auch wenn die Argumente knapp werden, keiner bestimmten Gemeinde den Ursprung des Tapas essen zuzuschreiben, diese im höchsten Masse soziale Art und Weise der Nahrungsaufnahme welche Epikur Recht zu geben scheint, wenn dieser sagt dass es keine fundamentalen Unterschiede zwischen Personen die ohne Begleitung essen und einem hungrigen Wolf gebe, so wie auch das zweckmässige Auswählen der Essenspartner für den Philosophen des „Gartens“ viel wichtiger ist als die Beschaffenheit der einzunehmenden Nahrungsmittel selbst; so ist sicher, dass in der Ausgabe von 1956 des Wörterbuches der Real Academia Española, welches die Tapas als kulinarisches Manifest erstmals 17 Jahre vorher definiert hatte, entschieden wurde, das Wort stamme aus dem Andalusischen.
Auch wenn dieses Kriterium in nachfolgenden Ausgaben seit 1970 korrigiert wurde sind jene Andalusier, die ihr Gebiet für das wahre Heilige Land der Tapas halten, nicht wenige. Und unter ihnen fehlt es nicht an Sevillanern, welche ihre schöne und bezaubernde Stadt als das eigentliche Mekka begreifen.
Ohne diese hegemonischen Ansprüche zu teilen, wäre es trotzdem schwierig der wahrhaft bemerkenswerten Qualität der Tapas in Sevilla zu widersprechen. Von ihr zeugen Orte wie die Bar Eslava (Eslava, 3) und ihr kulinarischer Mix an Tradition und Avantgarde die sich in den Tapas de la Costilla mit Honig zeigen.
El Rinconcillo (Gerona, 42) steht dem in Nichts nach und ist mit mehr als 300 Jahren die antikste Taverne in Sevilla. Sie ist eindeutig auf das Wesentliche konzentriert und vielleicht um Ablenkung von ihrer phantastischen Küche zu vermeiden, ist es hier strikt verboten zu singen.
Im selben traditionellen Umfeld und treu nach Rezepten der Gegend, gibt es das Las Piletas (Marques de Paradas, 28), das sich durch seine berühmten Stammtische und ein authentisches Stierkampf-Ambiente auszeichnet.
Und wenn wir schon Triana betreten, das Viertel welches bis dem Punkt die Quintessenz des Sevillanischen zusammen bringt, dass seine Bewohner sich nicht als aus Sevilla stammend betrachten, dann sind hier die unerlässliche Orte sowohl die Bar Casa Ruperto (Ecke Santa Cecilia und San Jacinto) welche mit dem Silver Chickpea der prestigeträchtigen Gastronomical Society in New York ausgezeichnet wurde, wie auch La Primera del Puente (Calle Betis, 66), die mit der ersteren ein exzellentes Verhältnis von Qualität und Preis teilt und auβerdem eine Terrasse am Fluss besitzt, die einen tollen Blick auf den Torre del Oro bietet.
An jedem dieser Orte kann man die Vortrefflichkeit und Vorzüge der andalusischen Tapas genieβen und dies abseits jeder absurden Hierarchie, wenn man das groβe Glück hat einige Tage in appartments in Sevilla zu verbringen.
Übersetzt: Grete Tal
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Übersetzt: Heloise Battista


